Was ist ein Google Core Update?
Google verändert seinen Algorithmus tausende Male pro Jahr, meist unbemerkt. Ein Core Update ist die große Ausnahme: eine grundlegende Neubewertung, die Google offiziell ankündigt, über ein bis drei Wochen ausrollt und die spürbare Ranking-Verschiebungen im gesamten Index auslöst. Typisch sind zwei bis vier Core Updates pro Jahr, benannt nach dem Monat („March 2025 Core Update").
Google beschreibt den Effekt mit einem Bild: Wenn du 2021 eine Liste der 100 besten Filme erstellt hast und sie 2026 aktualisierst, verändern sich Positionen – nicht weil alte Filme schlechter geworden sind, sondern weil neue dazugekommen sind und sich der Maßstab verschoben hat. Ein Core Update ist genau das für Websites.
Was ein Core Update von anderen Updates unterscheidet
- Core Update: Allgemeine Neubewertung von Relevanz und Qualität. Betrifft alle Themen, alle Länder. Keine spezifische „Regel", die verletzt wurde.
- Spam Update: Gezielt gegen Verstöße – gekaufte Links, Cloaking, automatisch generierte Inhalte. Wer betroffen ist, hat etwas Konkretes falsch gemacht.
- Helpful Content System: Seit 2022 Teil des Core-Systems. Bewertet, ob Inhalte für Menschen oder für Suchmaschinen geschrieben wurden.
- Reviews Update: Speziell für Bewertungs- und Testinhalte.
- Page Experience: Ladezeit, Core Web Vitals, mobile Nutzbarkeit.
Wichtig für die Analyse: Verluste nach einem Core Update haben selten eine einzelne Ursache. Google hat den Gesamteindruck einer Website neu gewichtet.
Was Core Updates in den letzten Jahren bewegt hat
Die Richtung ist über Jahre konsistent, auch wenn jedes Update eigene Schwerpunkte setzt:
- E-E-A-T – Erfahrung, Expertise, Autorität, Vertrauen. Inhalte von erkennbaren Autoren mit nachweisbarer Praxis gewinnen; anonyme Sammelseiten verlieren.
- Hilfreiche Inhalte – Seiten, die eine Frage aus eigener Erfahrung beantworten, schlagen Seiten, die Wissen nur zusammenfassen. Das trifft besonders KI-generierte Massentexte ohne Mehrwert.
- Themenfokus – Websites mit klarem Schwerpunkt ranken stabiler als Generalisten. Das Update 2024 hat viele Affiliate-Seiten getroffen, die zu allem etwas schrieben.
- Nutzersignale – ob Menschen auf einer Seite finden, was sie suchen, oder zurück zur Suche springen, fließt stärker ein.
- Markenstärke – etablierte, gesuchte Marken werden bevorzugt, weil sie Vertrauen signalisieren.
Rankings gesunken – was jetzt?
- Abwarten, bis das Update fertig ist. Während des Rollouts schwanken Rankings täglich. Analysen sind erst nach dem offiziellen Ende sinnvoll.
- Datum abgleichen. Search Console: Beginnt der Verlust exakt mit dem Update-Start? Sonst liegt die Ursache woanders – Technik, Saison, Wettbewerb.
- Betroffene Seiten identifizieren. Nicht die ganze Website verliert gleich. Welche URLs, welche Keywords? Oft trifft es eine Content-Kategorie.
- Mit Gewinnern vergleichen. Wer rankt jetzt vor dir? Was machen diese Seiten anders – mehr Tiefe, erkennbare Autoren, bessere Struktur, aktuellere Daten?
- Googles Fragenkatalog durchgehen. Google veröffentlicht eine Liste von Fragen zur Selbstbewertung: Bietet der Inhalt eigene Erkenntnisse? Würde man ihn in einem Fachmagazin erwarten? Ist die Autorschaft klar?
- Substanz nachrüsten, nicht Tricks. Dünne Seiten zusammenlegen oder löschen, Erfahrung sichtbar machen, Autoren nennen, Inhalte aktualisieren.
- Auf das nächste Update warten. Verbesserungen wirken oft erst mit dem nächsten Core Update, weil Google die Neubewertung dann erneut durchführt.
Was Google selbst empfiehlt
Googles offizielle Position ist seit Jahren dieselbe: Es gibt nichts zu „reparieren", weil nichts kaputt ist. Wer verliert, sollte sich auf die Frage konzentrieren, ob die eigenen Inhalte für Menschen die beste verfügbare Antwort sind. Konkret nennt Google: Originalität, Vollständigkeit, Expertise, Vertrauenswürdigkeit, gute Nutzererfahrung und die Frage, ob der Inhalt existiert, weil er Menschen hilft – oder weil er ranken soll.
Was Google nicht empfiehlt und was trotzdem viele tun: hektische technische Änderungen, massenhafte Löschungen, Keyword-Umschreibungen. Das verschlimmert die Lage oft, weil es weitere Signale verschiebt.
Wie du dich unabhängig von Updates machst
Websites, die Core Updates unbeschadet überstehen, haben Gemeinsamkeiten: klarer Themenfokus, erkennbare Autoren mit echter Praxis, Inhalte aus Erfahrung statt aus Recherche, gepflegte statt vergessene Seiten, ein sauberes Linkprofil und eine Marke, nach der Menschen suchen. Das ist keine Update-Strategie, sondern die Grundlage, die ich in jeder SEO Beratung als Erstes aufbaue – weil sie auch dann trägt, wenn die nächste Neubewertung kommt.
Kurz gesagt: Ein Core Update bestraft nicht, es bewertet neu. Wer verliert, hat nichts falsch gemacht – jemand anderes macht es besser. Die Antwort ist Substanz, nicht Panik.