Glossar · SEO-Grundlagen

Keyword-Recherche

Keyword-Recherche ist der Prozess, mit dem du herausfindest, welche Suchbegriffe deine Zielgruppe bei Google eingibt, wie oft und mit welcher Absicht – und welche davon du realistisch mit welcher Seite gewinnen kannst. Sie ist der erste Schritt jeder SEO-Strategie und entscheidet, ob Content später Anfragen bringt oder ins Leere läuft.

Was ist Keyword-Recherche?

Bei der Keyword-Recherche sammelst, bewertest und priorisierst du Suchbegriffe, für die deine Website ranken soll. Das klingt simpel, ist aber die Stelle, an der die meisten SEO-Projekte still scheitern: Unternehmen optimieren für ihre Fachbegriffe („Parodontologie"), während Kunden etwas anderes eingeben („Zahnfleischbluten was tun"). Oder sie zielen auf „Versicherung" mit Millionen Suchanfragen und tausenden Wettbewerbern, statt auf „Berufsunfähigkeitsversicherung Handwerker", das sie tatsächlich gewinnen könnten.

Eine gute Recherche beantwortet drei Fragen pro Begriff: Wie oft wird er gesucht (Suchvolumen)? Was will die Person, die ihn eingibt (Suchintention)? Und wie stark ist die Konkurrenz auf Seite eins?

Warum Keyword-Recherche über Erfolg oder Misserfolg entscheidet

SEO ist Ressourceneinsatz: Jede Seite, jeder Text, jede Stunde Optimierung fließt in ein Keyword. Wählst du das falsche, ist die Arbeit verloren – egal, wie gut sie ausgeführt ist. Drei typische Fehlentscheidungen:

  • Zu breit: „SEO" hat ein riesiges Suchvolumen, aber die ersten 30 Ergebnisse gehören Wikipedia, Google selbst und Tool-Anbietern mit tausenden Backlinks. Eine neue Domain hat dort keine Chance.
  • Zu eng: Ein Begriff mit 10 Suchanfragen im Monat rechtfertigt keine eigene Seite – auch wenn Platz 1 leicht wäre.
  • Falsche Intention: „Steuerberater Kosten" wird von Menschen gesucht, die vergleichen, nicht buchen. Eine Leistungsseite mit Kontaktformular passt nicht; ein Ratgeber mit Preisspannen schon.

Die Recherche verhindert diese Fehler, bevor sie Geld kosten.

Schritt für Schritt: So läuft eine Keyword-Recherche ab

  1. Seed-Keywords sammeln. Starte mit den fünf bis zehn Begriffen, die dein Angebot beschreiben – aus Kundengesprächen, Anfragen, Rechnungen. Frag dein Team: Wonach fragen Kunden am Telefon?
  2. Erweitern. Tools wie der Google Keyword Planner, Sistrix, Ahrefs, Semrush oder kostenlos Google Suggest, „Ähnliche Fragen" und „Verwandte Suchanfragen" liefern hunderte Varianten, Fragen und Long-Tail-Kombinationen.
  3. Suchvolumen und Wettbewerb prüfen. Für jeden Begriff: Wie oft gesucht, wie stark umkämpft, welche Domains ranken heute? Ein Blick auf die Top 10 verrät mehr als jede Kennzahl.
  4. Suchintention zuordnen. Informational (wissen), navigational (Marke finden), transaktional (kaufen, buchen), kommerziell (vergleichen). Jeder Begriff bekommt ein Label.
  5. Clustern. Begriffe, die dieselbe Intention haben, gehören auf dieselbe Seite. „SEO Berater", „SEO Beratung" und „SEO Consultant" sind ein Cluster, nicht drei Seiten.
  6. Keyword-Mapping. Jedes Cluster bekommt genau eine Ziel-URL. Das verhindert Kannibalisierung, bei der sich zwei eigene Seiten gegenseitig verdrängen.
  7. Priorisieren. Nach Geschäftsrelevanz, Erreichbarkeit und Aufwand. Die Roadmap beginnt bei den Begriffen, die Anfragen bringen und realistisch sind – nicht bei den größten.

Tools für die Keyword-Recherche

Die Wahl des Tools ist weniger wichtig als die Methode. Was ich in der Praxis nutze:

  • Google Search Console – kostenlos, zeigt, für welche Begriffe du bereits Impressionen bekommst. Der beste Startpunkt für bestehende Websites.
  • Google Keyword Planner – kostenlos mit Google-Ads-Konto, liefert Suchvolumen-Spannen.
  • Sistrix, Ahrefs, Semrush – kostenpflichtig, mit Wettbewerbsanalyse: Für welche Begriffe rankt die Konkurrenz, für die du nicht rankst? Das ist die Content-Gap-Analyse.
  • Google selbst – Autovervollständigung, „Ähnliche Fragen", verwandte Suchanfragen am Seitenende. Kostenlos und direkt aus dem Nutzerverhalten.
  • KI-Assistenten – gut zum Brainstormen von Fragen und Synonymen, ungeeignet für Suchvolumen (die Zahlen sind erfunden).

Einen Überblick über die Werkzeuge findest du im Artikel zu SEO-Tools.

Long-Tail-Keywords: Wo kleine Unternehmen gewinnen

Kurze Begriffe („Anwalt") haben viel Volumen und viel Wettbewerb. Long-Tail-Keywords („Anwalt Arbeitsrecht Kündigung Essen") haben wenig Volumen, aber klare Absicht und wenig Konkurrenz. Für kleine und lokale Unternehmen sind sie der realistische Weg auf Seite eins: Zehn Long-Tail-Begriffe mit je 50 Suchanfragen bringen mehr qualifizierte Anfragen als ein Kopf-Keyword mit 5.000, für das du auf Seite vier stehst.

Die Recherche sollte deshalb bewusst in die Tiefe gehen: Fragen, Ortsbezüge, Problembeschreibungen, Produktkombinationen. Genau das, was Menschen eingeben, wenn sie kurz vor einer Entscheidung stehen.

Keyword-Recherche 2026: KI-Suche verändert die Regeln

Mit AI Overviews, ChatGPT und Perplexity beantworten Maschinen viele informationale Suchanfragen direkt – ohne Klick. Das verschiebt den Fokus der Recherche: Begriffe mit reiner Wissensabsicht („Was ist X") verlieren an Klickwert, während Begriffe mit Handlungs- oder Vergleichsabsicht („X Anbieter Essen", „X vs. Y für Unternehmen") wichtiger werden. Zusätzlich lohnt sich die Frage, welche Prompts Menschen in KI-Systemen stellen, um Anbieter wie dich zu finden – das ist der Kern von Generative Engine Optimization.

Kurz gesagt: Keyword-Recherche ist Übersetzungsarbeit zwischen deiner Fachsprache und der Sprache deiner Kunden. Wer sie überspringt, optimiert für Begriffe, die niemand sucht – oder für solche, die er nie gewinnt.
FAQ

Häufige Fragen zu Keyword-Recherche

Wie viele Keywords sollte eine Seite haben?

Eine Seite zielt auf ein Haupt-Keyword und dessen Cluster aus Synonymen und Varianten mit derselben Suchintention. „SEO Berater", „SEO Beratung" und „SEO Consultant" gehören auf eine Seite. Zwei Themen mit unterschiedlicher Absicht brauchen zwei Seiten.

Wie oft sollte man die Keyword-Recherche wiederholen?

Einmal gründlich zum Start, dann alle sechs bis zwölf Monate ein Update – plus ein Blick in die Search Console jeden Monat. Neue Begriffe, saisonale Schwankungen und KI-Suche verschieben die Landschaft schneller als früher.

Kann ich die Keyword-Recherche selbst machen?

Die Grundlagen ja: Search Console lesen, Google Suggest nutzen, Fragen aus Kundengesprächen sammeln. Wettbewerbsanalyse, Clustering und Keyword-Mapping sind dagegen die Stellen, an denen Erfahrung viele Fehlentscheidungen spart – hier lohnt sich ein einmaliger Profi-Einsatz.

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