Glossar · OnPage SEO

Interne Verlinkung

Interne Verlinkung bezeichnet alle Links, die von einer Seite deiner Website auf eine andere Seite derselben Website führen. Sie steuert, wie Google die Struktur versteht, welche Seiten als wichtig gelten und wie Autorität innerhalb der Domain verteilt wird – und ist damit einer der wenigen Ranking-Hebel, die du vollständig selbst kontrollierst.

Was ist interne Verlinkung?

Interne Verlinkung umfasst Navigation, Footer, Breadcrumbs und vor allem Links im Fließtext zwischen den Seiten deiner Website. Sie erfüllt drei Aufgaben: Nutzer finden verwandte Inhalte, Google entdeckt und crawlt alle Seiten, und die Autorität, die durch Backlinks auf die Domain kommt, verteilt sich auf die Seiten, die ranken sollen.

Der dritte Punkt wird meist unterschätzt. Backlinks landen oft auf der Startseite oder auf einzelnen Artikeln. Ohne interne Links bleibt diese Autorität dort hängen. Mit ihnen fließt sie zu den Leistungsseiten, die Anfragen bringen sollen.

Warum interne Verlinkung Rankings beeinflusst

  • Autorität verteilen. Google gewichtet Seiten auch danach, wie viele und welche internen Links auf sie zeigen. Eine Seite mit 30 internen Links aus relevanten Artikeln gilt als wichtiger als eine mit einem Link aus dem Footer.
  • Kontext vermitteln. Der Ankertext interner Links sagt Google, worum es auf der Zielseite geht. „Mehr erfahren" sagt nichts. „SEO Beratung für kleine Unternehmen" sagt alles.
  • Struktur zeigen. Über Links erkennt Google, welche Seiten Hauptthemen sind (Pillar Pages) und welche Unterthemen – die Basis von Topical Authority.
  • Indexierung sichern. Seiten ohne internen Link („Orphan Pages") findet Google nur zufällig oder über die Sitemap – und stuft sie als unwichtig ein.
  • Nutzer halten. Wer nach dem Lesen einen passenden nächsten Schritt sieht, bleibt. Das sind Signale, die Google indirekt wertet.

Die wichtigsten Regeln

  1. Fließtext schlägt Navigation. Links im Inhalt zählen deutlich mehr als Menü- und Footer-Links, weil sie kontextbezogen sind.
  2. Ankertext beschreibt das Ziel. Der Linktext enthält das Thema der Zielseite – natürlich formuliert, nicht immer identisch.
  3. Wichtige Seiten bekommen die meisten Links. Leistungsseiten und Money-Pages sollten von jedem thematisch passenden Artikel verlinkt werden.
  4. Maximal drei Klicks von der Startseite. Jede wichtige Seite ist in drei Klicks erreichbar – sonst gilt sie als tief vergraben.
  5. In beide Richtungen. Der Artikel verlinkt auf die Leistungsseite, die Leistungsseite auf vertiefende Artikel. So entstehen Themen-Cluster.
  6. Immer auf die kanonische URL. Keine Links auf Varianten mit Parametern, ohne Trailing Slash oder auf Weiterleitungen.
  7. Kein Nofollow intern. Es unterbricht den Fluss, siehe Nofollow.

Eine interne Linkstruktur aufbauen

Das Modell, das sich für die meisten Websites bewährt hat: Hub and Spoke beziehungsweise Themen-Cluster.

  • Hub (Pillar): Eine ausführliche Seite zum Hauptthema – zum Beispiel eine Leistungsseite oder ein Grundlagenartikel.
  • Spokes: Mehrere Artikel zu Unterthemen, die jeweils auf den Hub verlinken und untereinander, wo es passt.
  • Der Hub verlinkt zurück auf alle Spokes – als Inhaltsübersicht, Weiterlesen-Block oder im Text.

Auf dieser Website ist das Glossar ein Beispiel: Jeder Begriff verlinkt auf verwandte Begriffe und auf die passende Leistungsseite, die Glossar-Übersicht verlinkt auf alle Begriffe, und Blogartikel greifen Begriffe im Text auf. Jede Seite ist Teil eines Netzes, keine Insel.

Interne Verlinkung prüfen und verbessern

  • Search Console → Links → Interne Links: Zeigt, welche Seiten die meisten internen Links haben. Wenn dort Impressum und Datenschutz vorne liegen und die wichtigste Leistungsseite auf Platz 40, stimmt die Gewichtung nicht.
  • Crawler (Screaming Frog, Sistrix): Finden Orphan Pages, Klicktiefe, Links auf Weiterleitungen und 404-Seiten.
  • site:-Suche mit Keyword: site:deinedomain.de "SEO Beratung" zeigt alle Seiten, die das Thema erwähnen – jede davon ist ein Kandidat für einen Link auf die Zielseite.
  • Quartalsroutine: Bei jedem neuen Artikel drei bis fünf bestehende Seiten identifizieren, die auf ihn verlinken sollten – und umgekehrt.

Typische Fehler

  • Nur Navigation, keine Textlinks. Das Menü verlinkt alles, der Inhalt nichts. Google sieht keine Themenzusammenhänge.
  • „Hier klicken" und „mehr". Ankertexte ohne Aussage verschenken das Kontextsignal.
  • Zu viele Links pro Seite. 200 Links im Footer verwässern jeden einzelnen. Weniger, dafür gezielt.
  • Links auf tote oder weitergeleitete URLs. Nach jedem Relaunch ein Klassiker.
  • Wichtige Seiten vergessen. Der beste Artikel bringt nichts, wenn er nicht auf das Angebot verlinkt, das Geld verdient.
Kurz gesagt: Interne Verlinkung ist der Hebel, den du morgen umlegen kannst. Jeder Link von einer starken Seite auf eine wichtige Seite ist ein Ranking-Signal, das dich nichts kostet.
FAQ

Häufige Fragen zu interner Verlinkung

Wie viele interne Links sollte eine Seite haben?

Es gibt keine feste Zahl. Als Orientierung: mindestens drei kontextbezogene Links im Fließtext auf verwandte Seiten, und jede wichtige Seite sollte von mindestens fünf bis zehn anderen Seiten verlinkt werden. Entscheidend ist Relevanz, nicht Menge.

Zählen Links in Navigation und Footer?

Ja, aber schwächer als Links im Inhalt. Google erkennt Boilerplate-Bereiche und gewichtet Links dort geringer. Sie sichern die Erreichbarkeit, ersetzen aber keine Textlinks mit beschreibendem Ankertext.

Sollte ich interne Links auf neue Seiten setzen, bevor sie fertig sind?

Nein – erst wenn die Seite live und indexierbar ist. Links auf Seiten, die noch 404 liefern oder noindex haben, verschwenden Signale. Sobald die Seite steht, sofort aus drei bis fünf passenden Seiten verlinken.

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