Glossar · SEO-Grundlagen

SEO-Audit

Ein SEO-Audit ist die systematische Bestandsaufnahme einer Website aus Sicht der Suchmaschinenoptimierung: Technik, Inhalte, Keywords, Backlinks, lokale Signale und Wettbewerb. Das Ergebnis ist keine Fehlerliste, sondern eine priorisierte Roadmap – welche Maßnahmen bringen in welcher Reihenfolge die größte Wirkung.

Was ist ein SEO-Audit?

Ein SEO-Audit ist die Diagnose vor der Therapie. Bevor jemand Texte schreibt oder Code anfasst, klärt das Audit: Wo steht die Website, was bremst sie, was fehlt, und was davon ist wichtig? Es ist der erste Schritt jeder ernsthaften SEO Beratung und die Grundlage für jede Roadmap.

Der häufigste Irrtum: Ein Audit ist ein Tool-Export. Screaming Frog, Sistrix oder Semrush liefern hunderte Hinweise – fehlende Alt-Texte, zu lange Titles, doppelte H1. Das ist Rohmaterial. Das Audit beginnt dort, wo jemand diese Hinweise gewichtet, mit dem Geschäftsziel abgleicht und entscheidet, was in 30, 60 und 90 Tagen passiert.

Die sechs Bereiche eines vollständigen SEO-Audits

1. Technisches SEO

Kann Google die Website überhaupt vollständig lesen? Geprüft werden Crawlbarkeit, Indexierung, robots.txt, Sitemap, Canonicals, Weiterleitungsketten, Statuscodes, mobile Darstellung, Ladezeit und Core Web Vitals.

2. OnPage und Content

Hat jede wichtige Seite ein klares Keyword, einen passenden Title, eine sinnvolle Überschriftenstruktur und ausreichend Tiefe? Gibt es Duplicate Content, dünne Seiten, Kannibalisierung zwischen eigenen Seiten? Welche Seiten ranken, welche sind tot?

3. Keywords und Suchintention

Für welche Begriffe bekommt die Website bereits Impressionen, ohne zu ranken? Welche relevanten Begriffe fehlen komplett? Passt die Suchintention zur Seitenart?

4. OffPage und Autorität

Wie viele Domains verlinken, aus welchem Kontext, mit welchem Ankertext? Gibt es toxische Links, die per Disavow entwertet werden sollten? Wie groß ist die Lücke zur Konkurrenz? Siehe OffPage SEO und Domain Authority.

5. Lokale Signale

Für regionale Unternehmen: Zustand des Google Business Profile, Bewertungen, NAP-Konsistenz in Verzeichnissen, lokale Landingpages.

6. Wettbewerb

Wer rankt für deine Themen, was machen diese Seiten anders, wo sind Lücken, die du besetzen kannst? Ohne Wettbewerbsblick ist jedes Audit nur halb.

So läuft ein SEO-Audit ab

  1. Zugänge und Ziele klären. Search Console, Analytics, CMS-Zugang. Und die Frage: Was soll die Website in zwölf Monaten leisten?
  2. Daten sammeln. Crawl der Website, Export aus Search Console, Backlink-Daten, Rankings, Wettbewerber-Rankings.
  3. Analysieren und gewichten. Jeder Befund bekommt eine Einschätzung: Wie groß ist der Schaden, wie groß der Aufwand, ihn zu beheben?
  4. Roadmap schreiben. Maximal zehn Maßnahmen, sortiert nach Wirkung pro Aufwand, mit Verantwortlichem und Zeitraum.
  5. Besprechen. Das Audit wird gemeinsam durchgegangen – nicht per PDF zugeschickt. Fragen, Einwände und Prioritäten werden im Gespräch geklärt.

Dauer: eine bis zwei Wochen für eine mittelgroße Website. Ein Kompakt-Audit für kleine Websites mit unter 30 Seiten ist in wenigen Tagen möglich.

Was ein gutes Audit von einem schlechten unterscheidet

  • Priorisierung statt Vollständigkeit. Ein gutes Audit sagt, was du weglassen kannst. Ein schlechtes listet alles auf.
  • Geschäftsbezug. „Alt-Text fehlt auf 40 Bildern" ist ein Befund. „Deine wichtigste Leistungsseite rankt nicht, weil drei andere Seiten dasselbe Keyword bedienen" ist ein Audit-Ergebnis.
  • Wettbewerbsvergleich. Ohne Blick auf die Seiten, die heute ranken, fehlt der Maßstab.
  • Konkrete Umsetzungshinweise. Nicht „Ladezeit verbessern", sondern „Hero-Bild von 1,8 MB auf WebP unter 150 KB, Font-Preload setzen, Drittanbieter-Skript X entfernen".
  • Ehrliche Erwartung. Ein Audit, das Platz 1 verspricht, ist ein Verkaufsdokument.

SEO-Audit-Checkliste zum Selbstprüfen

Für einen ersten Eindruck, bevor du ein Audit beauftragst:

  • Sind alle wichtigen Seiten in der Search Console als indexiert gemeldet?
  • Hat jede Seite einen eigenen Title und eine eigene H1 mit dem Ziel-Keyword?
  • Lädt die Startseite auf dem Handy in unter drei Sekunden?
  • Bedienen zwei oder mehr Seiten dasselbe Thema?
  • Verlinken die wichtigsten Seiten untereinander?
  • Ist das Google Business Profile vollständig und aktuell?
  • Verlinken andere Websites auf dich – und welche?
  • Für welche Suchanfragen bekommst du Impressionen auf Seite zwei bis vier? Das sind die schnellsten Gewinne.

Wenn du drei oder mehr Fragen mit „weiß nicht" beantwortest, ist ein professionelles Audit der nächste Schritt.

Kurz gesagt: Ein SEO-Audit ist nur so gut wie seine Priorisierung. 200 Warnungen aus einem Tool sind kein Audit – die drei Befunde, die dich Rankings kosten, sind eines.
FAQ

Häufige Fragen zu SEO-Audits

Wie lange dauert ein SEO-Audit?

Für eine kleine Website mit bis zu 30 Seiten wenige Tage, für mittelgroße Websites ein bis zwei Wochen, für große Shops oder Portale entsprechend länger. Die Analyse ist der kleinere Teil – die Priorisierung und Besprechung machen den Wert aus.

Was kostet ein SEO-Audit?

Das hängt von Website-Größe und Tiefe ab. Ein Kompakt-Audit ist eine überschaubare Projektpauschale, ein vollständiges Audit mit Wettbewerbsanalyse und Workshop entsprechend mehr. Konkrete Zahlen gibt es im Erstgespräch – abhängig davon, was tatsächlich geprüft werden muss.

Reicht ein kostenloses SEO-Audit-Tool?

Als Einstieg ja: Tools wie die Search Console, PageSpeed Insights oder Seobility zeigen offensichtliche technische Probleme. Was sie nicht können: Befunde gewichten, Kannibalisierung erkennen, Wettbewerb einordnen und eine Roadmap ableiten. Das ist der Teil, für den man ein Audit beauftragt.

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